Ein herzliches Grüß Gott und Willkommen im Ursulinenkloster Straubing

Wir sind eine Gemeinschaft von Frauen, die nach dem Vorbild der heiligen Angela Merici ein Leben in der Nachfolge Jesu führen. Wir wollen in unserem Leben - jede an dem Platz, an dem sie steht - die Liebe Gottes zu allen Menschen sichtbar und erfahrbar machen. Dabei möchten wir offen sein für die Fragen und Anliegen der Menschen um uns herum, der Menschen, mit denen wir gemeinsam unterwegs sind.

 

Ostern 2026

 

 

 

Das ist das Fest, das uns stärkt

mit der Strahlkraft des auferstandenen Christus.

Das ist das Fest, das uns blüht,

wie die wahre Freude der aus dem Tod Erlösten.

Das ist das Fest, das uns lockt

wie der knospende Frühling in der neuen Schöpfung.

Das ist das Fest, das uns einlädt an den gedeckten Tisch

der Sehnsucht und des brennenden Herzens.

Das ist das Fest, das uns führt

in die weiten Räume des unzerstörbaren Lebens.

Das ist das FestSpeisesaal 2, das uns ermutigt,

neu zu beginnen aus der Spreng-Kraft des Osterfestes.

Das ist das Fest, das wir fünfzig Tage feiern,

um mit Jesus Christus unseren Glauben zu gestalten.

 

                                  nach Paul Weismantel

 

 

 

 

 

Speisesaal 3

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Sterben

In der neunten Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: „Mein  Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Einsam, unmenschlich stirbt Jesus am Kreuz. 

Der Tod, die Endgültigkeit lässt uns fassungs- und hilflos zurück. Es berührt uns, wenn wir liebe Menschen im Sterben begleiten und uns mit dem zukünftigen Endpunkt des Lebens befassen.

Jesus, stehe mir in der Vorbereitungszeit auf Ostern bei; lass mich Verkrustungen aufbrechen und Raum schaffen für neues Leben mit dir.

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Geborgenheit

Jesus liegt tot im Schoß seiner Mutter. Es ist ein unendlich großer Schmerz, den Maria in diesem Augenblick aushalten muss. Jesus erfährt Geborgenheit und Nähe, trotz aller Veränderung.

Es ist ein weiter, langer Weg, der für die Zurückgebliebenen beginnt, ein Weg hin zum Begreifen, hin zum Akzeptieren und zum Wissen um die Geborgenheit bei Gott.

Jesus, unser Glaube sagt mir, dass der Tod nicht das Ende ist. Schenke mir mehr Hoffnung und stärkenden, tröstenden Glauben an die Geborgenheit bei dir.

 

Gegeisselter Heiland

 

 

 

 

 

Passion

 

Herzliebster Jesus,
was hast du verbrochen,
dass man ein solch scharf Urteil
hat gesprochen?
Was ist die Schuld,
in was für Missetaten
bist du geraten?

 

Jesus, erbarme dich unser und all derer, 
die brutal verurteilt, gequält und auf erschreckende Weise getötet werden.
Schenke allen Leidenden deinen Beistand, damit sie die ihnen auferlegte Passion mit deiner Kraft bewältigen.

 

 

 

 

beraubt

 

 

Beraubt

Jesus musste bereits viel erleiden. Es wird noch schlimmer. Die Soldaten reißen ihm seine letzten Kleider vom Leib. Nackt, völlig hilflos, ungeschützt, beraubt und bloßgestellt steht er vor den Leuten.

Hier geht es zentral um die Würde, die jedem Menschen zusteht. Sie wurde Jesus beraubt. Wie unfassbar erscheint uns dieses  Vorgehen und die Rohheit der Soldaten, die auch unserer Welt von heute gleicht.

Jesus, hilf mir, ohne Vorurteile und Vorbehalte Menschen zu begegnen, ihre Würde und ihre Rechte zu achten.

festgenagelt

 

Festgenagelt

Jesus leidet; es wird immer schmerzhafter. Mit Routine nageln die Soldaten Jesus ans Kreuz. Das Ende des Weges. Festgelegt. Festgenagelt. Sich diese Situation vorzustellen,  macht fassungslos.

Wir haben uns daran gewöhnt, dass derartige Schmerzen in so vielen Kriegen weltweit erlitten werden. Tag für Tag gibt es Verwundungen, Verstümmelung und qualvolles Leiden.

Jesus, es fällt mir schwer, noch einen Hauch von Hoffnung zu bewahren. Stärke mich, dass ich im Kleinen versuche friedfertig zu leben.

 

erdrückt

 

 

Erdrückt

Das Kreuz wird schwerer und schwerer und drückt Jesus zum dritten Mal zu Boden. Schwer wie Blei liegt es auf ihm. Er kann nicht mehr. Doch es muss weitergehen.

Die Kräfte reichen nicht mehr, eine Kapitulation vor den Belastungen. Wie oft fühle ich mich überlastet, erdrückt, gescheitert.
Was und wer kann jetzt helfen, dass ich mich wieder aufrichten kann? Ob es eine Neuausrichtung gibt?

Jesus, hilf mir, dass ich vor den Problemen der Welt nicht die Augen verschließe und mich durch die Vielzahl der entmutigenden Nachrichten nicht erdrücken lasse.

 

 

 

mitleiden

 

Mitleiden

Nicht alle Menschen, die am Wegesrand stehen, sind gleichgültig. Es sind einige Frauen, die weinen und mitleiden. Sie wissen, dass sie nicht helfen können, aber mit Jesus sein möchten. 

Woher soll hier Hoffnung kommen? Mir fallen viele Situationen ein, in denen sich Hilflosigkeit ausbreitet. Dennoch sind es oft Frauen, die ein Gespür für Leid entwickeln, Mitleiden und anderen Hilfe anbieten.

Jesus, ich bitte dich, dass ich die Not der Mitmenschen annehme und sich mein Mitleiden für sie zum Guten wendet.

mittragen

 

 

Mittragen

Das Kreuz drückt immer mehr.
Simon von Cyrene packt an und hilft.
Bei dieser Station verspüren wir Hoffnung am ehesten.

Ist diese Hilfe ein Tropfen auf dem heißen Stein? Jesus muss das Kreuz bis zum Ende alleine tragen. Mittragen lindert die Belastungen wenigstens vorübergehend.

Jesus, schenke mir den Mut und die Zuversicht, dass ich das Kreuz meiner Mitmenschen mittragen kann. 

 

 

 

teilhabe

 

 

Teilhabe

Veronika, eine Frau, die sieht, wie elend es Jesus geht.
Sie reicht ihm ein Tuch, damit er sich den Schweiß abwischen kann. Sie nimmt an Jesu Leidden teil.

Veronika steht auf und macht sich selbst angreifbar, setzt ein Zeichen. Es ist nicht viel mehr als Mitleiden, als eine Teilhabe, eine kleine Hilfe. Nur ein Schweißtuch, eine mitmenschliche Geste.   

Jesus, gib auch mir die Kraft mich in kleinen Schritten für andere einzusetzen und lass mich Anteil nehmen.

 

verurteilt

 

Verurteilt

Jesus steht vor Pilatus. Einsam.
Niemand ist mehr bei ihm. Er kann nur noch auf sein Urteil –
seine Verurteilung warten. Er muss seinen letzten Weg gehen.

 

Oft werden Menschen verurteilt, obwohl ihre Lebenssituation zu wenig bekannt ist. Gerüchte verbreiten sich schnell. Betroffene Menschen haben einen schweren Weg vor sich.

 

Jesus, lehre mich nicht zu Verurteilen und die eigene menschenfreundliche Position zu behalten.

 

einssein

 

Einssein

Maria, seine Mutter, steht am Wegesrand. Es gibt ihm Kraft,
als er sie sieht. Er weiß, er ist nicht allein. Beide begegnen sich, sie sind eins.

 

Eine Begegnung, die Kraft gibt. Uns aber fällt es oft schwer, mit dem Leid lieber Mitmenschen umzugehen. Sich belasten - den Situationen des Gegenübers zuzumuten fordert heraus. Beim Leid des anderen zuzusehen, verlangt viel Einfühlungsvermögen.

 

Jesus, schenke mir Hoffnung, dass Mitgefühl und Nähe Gräben zwischen Menschen überbrücken können.