Wir sind eine Gemeinschaft von neun Schwestern. Miteinander sind wir auf dem Weg, um Gottes Erbarmen zu bezeugen. Als Einzelne und als Gemeinschaft wollen wir so leben, dass in unserem Sein und Wirken Gottes Liebe erfahrbar wird. Jesus Christus bildet den Mittelpunkt unseres Ordenslebens und unseres Handelns. Leben in Gemeinschaft ist für uns Gabe und zugleich Aufgabe. Unterschiedliche Bedürfnisse, verschiedene Charismen und Ansichten fördern unser gemeinsames Leben und fordern uns immer neu heraus, Einheit in Vielfalt zu leben. Unser Weg in die Zukunft verlangt Verwurzelung in Gott, in die Schriften unserer Gründerin, Angela Merici, sowie Offenheit für die Herausforderungen unserer Zeit. Seit mehreren Jahren gehen wir als Gemeinschaft einen Prozess der Erneuerung. Das ergab, dass wir als Gemeinschaft der Ursulinen von Straubing an drei verschiedenen Orten in der Stadt leben.

 

Unsere Hausgemeinschaft

Wir, fünf Schwestern, sind vor Ort im Umfeld unserer Schulen präsent. Hier pflegen wir Kontakt mit den Mitarbeiter/innen sowie der Schulgemeinschaft, betreuen unsere Klosterkirche, sind offen für Gespräche und Begegnungen. Wir sind füreinander da, geben einander Anteil an dem, was uns bewegt, was wir erleben und wie wir glauben, treffen uns zu den Gebetszeiten und essen miteinander und verbringen die Abende unterschiedlich. Jede Schwester pflegt ihr persönliches Gebetsleben. Dankbar gestalten und feiern wir täglich Eucharistie.
Seit 2019 leben ugandische Schwestern des Ordens „Sisters of the Immaculate Heart of Mary Reparatrix“ mit uns und unterstützen uns bei der Pflege unserer hilfebedürftigen Schwestern.

Collage Schwestern im Haus

 

Unser Wohnbereich hat sich verkleinert. Hier einige Fotos davon.

 

Unsere Gemeinschaft am Schanzlweg

Wir leben zu zweit in einem Stadtteil von Straubing, in einem Wohngebiet von überwiegend Mehrfamilienhäusern. Unter den gegebenen Umständen gestalten wir als kleine geistliche Gemeinschaft unser geistliches Leben, unseren beruflichen Alltag sowie die Aufgaben des täglichen Lebens. Darin sind wir mit vielen Menschen unserer Zeit solidarisch. Wir besuchen die Gottesdienste der Pfarrei St. Elisabeth, zu deren Einzugsgebiet wir gehören, und in unserer Klosterkirche. Morgen- und Abendgebet sowie die Meditationszeiten gestalten wir gemeinsam und probieren dabei auch neue Formen aus. Wöchentlich nehmen wir uns Zeit, anhand der Heiligen Schrift oder anderer geistlicher Texte unser Leben zu reflektieren und über unseren Glauben ins Gespräch zu kommen. Gegenseitige Hilfe und Unterstützung, miteinander und aneinander Wachsen und Reifen sind uns in unserem Leben eine kostbare Herausforderung.

Collage Schwestern Schanzlweg

 

Unsere Gemeinschaft in der Max-Planck-Straße

Seit Anfang 2025 leben wir, die beiden jüngsten Schwestern der Gemeinschaft, in einem Hochhaus in der Max-Planck-Straße. Gemeinsam mit vielen anderen Menschen teilen wir dort die gleichen Lebens- und Wohnbedingungen. Inmitten dieses Umfeldes geben wir Zeugnis von der Gegenwart Gottes.  Dieses Zeugnis leben wir auch in unserem beruflichen Alltag im Klinikum unserer Stadt. Unser geistliches Leben ist eng mit unserem Dienst im therapeutischen und pflegerischen Bereich verbunden. Aufgrund des Schichtdienstes gestalten wir unsere Gebetszeiten flexibel.  Wir besuchen die Gottesdienste in den Pfarreien sowie in der Klosterkirche. Der regelmäßige Austausch, Respekt und Wertschätzung prägen unsere Lebensform. Wir tragen gemeinsam Verantwortung und unterstützen uns gegenseitig.  Wichtig ist uns dabei das Vorbild der heiligen Angela, die für ihre ersten Schwestern eine ähnliche Lebensform gewählt hat.

Collage Schwestern Max Plank

 

Uns allen gemeinsam ist die Orientierung am Vorbild unserer Gründerin. Sie ermutigt uns zu einem tiefen Vertrauen auf Gott. Die Pflege des geistlichen Lebens, das schwesterliche Miteinander, die Feier von Festen sowie die Überlegungen zur Gestaltung unseres Alltags verbinden uns. Es ist uns ein Anliegen, offen zu sein für die Nöte der Menschen, die uns begegnen und die sich uns anvertrauen.

Die Pforte ist unser Haupteingang. Wer zu uns kommt, geht durch diese Pforte. Sie vermittelt zwischen dem Innen- und Außenbereich.

Auch unser Leben ist geprägt von der Spannung zwischen Rückzug und Öffnung und kreist um Gott und die Menschen.
Da unsere Klosterpforte zugleich Schulpforte ist, gehen täglich viele hundert Menschen hier ein und aus: Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Eltern, Angestellte und Besucher.

sakramentDie Kirche mit dem Bethaus bildet die Mitte unseres Klosters. Regelmäßig versammeln wir uns hier zum Stundengebet und zur Eucharistiefeier. In der Klosterkirche feierte jede Schwester ihre Profess, ihre Hingabe an Gott in den Gelübden der Ehelosigkeit, der Armut und des Gehorsams.

Die gemeinsame Gottsuche verbindet uns auf dem Weg unserer Nachfolge. Glaubend wissen wir, dass Gott uns immer zuvor kommt, dass Gottesdienst zuerst Gottes Dienst an uns Menschen ist. Dankbar erfahren wir, dass Gottes Liebe in alle Bereiche ausstrahlt und allem Sinn gibt.
Wir wollen offen sein für die Fragen und Anliegen unserer Mitmenschen. Mit ihnen sind wir unterwegs als Glaubende, die Zeugnis geben von der Hoffnung, die uns trägt.
"Da unsere Gemeinschaft in Christus ihren Grund hat und von ihm ihre Sendung erhält, ist das gemeinsame Gebet die Mitte, aus der wir leben." (Weisungen, Nr. 29)

Im Gebet bringen wir uns selber und unseren Alltag vor Gott. Dieses Gespräch mit Gott als Einzelne als auch in Gemeinschaft bildet das Fundament unseres Lebens.

einganDie Klausur ist unser abgeschlossener Lebensbereich, der uns helfen soll, das Wesentliche des Ordenslebens im Blick zu behalten.
Das Zimmer der Schwester ist intimer Lebensraum, persönlicher Rückzugsort und Ort der Selbstwerdung.
Zeiten der Stille, des Schweigens und der Sammlung lassen uns zur inneren Ruhe finden und werden zur Kraftquelle.

  

Unsere Tagesordnung beruht auf einem Wechsel von Gebet und Arbeit. Die Arbeit, der Beruf, sichert unseren Lebensunterhalt, ist aber zugleich Berufung und Dienst. Die Zusammenarbeit mit den Angestellten unseres Klosters verlangt Verantwortung und Teamfähigkeit. Auch die Arbeit ist Lob Gottes, so wie es der Leitspruch unseres Ordens zum Ausdruck bringt „SOLI DEO GLORIA".

Auch als Ausdruck unserer Verfügbarkeit für Gott ist jede Schwestern nach ihren Möglichkeiten in den Arbeitsprozess eingebunden. Die Arbeit ist ein wichtiger Beitrag zur Entfaltung unserer Persönlichkeit. 

Lesezimmer und BibliothekEs gibt kein Kloster ohne Bibliothek, ohne Bücher, denn Bildung und Weiterbildung ist eine Lebensaufgabe für jede Schwester. So hat die lectio divina, die tägliche geistliche Lesung, einen festen Platz im Tagesablauf.
Zeitungen, Zeitschriften und Fachzeitschriften laden zur Lektüre ein.

 "Der persönliche Reifungsprozess der Schwestern ist zu fördern durch humane, fachliche, theologische und spirituelle Bildung."                (Weisungen, Nr. 37)

Jede Schwester ist aufgefordert, ihr Leben in Verantwortung zu gestalten. Die Talente und Gaben, die Gott jeder einzelnen geschenkt hat, sollen zum Wachsen gebracht werden. Dazu bedarf es Zeiten der Stille und den Mut, der eigenen Lebensspur zu folgen.

Das Noviziat und Juniorat dienen der Formation. Der Noviziatsunterricht beinhaltet u.a. die Einführung in die Weisungen unseres Ordens sowie die intensive Beschäftigung mit der ursulinischen Spiritualität.

Im Juniorat stehen die Gelübde im Mittelpunkt.

Der eigentliche Lehrer ist aber Jesus. Zusammen mit allen Schwestern gehen die Novizin und Juniorin, die in die Gemeinschaft hineinwachsen sollen, in die Schule des Herrn. 

Garten1Wir SGartenchwestern haben die Möglichkeit, uns in zwei kleine Innenhöfe: einen Kräutergarten und einenbepflanzten Garten mit einem Brunnen zurückzuziehen. Dort können wir Erholung finden, die Natur im Kreislauf des Jahres beobachten und uns an den kleinen Dingen der Schöpfung freuen.

  

GruftUnter unserer Kirche befindet sich die Gruft, die Ruhestätte der Schwestern. Auf den Grabplatten stehen der Name, das Geburtsdatum, das Datum der Profess und das Sterbedatum der jeweiligen Mitschwester.
Die Gruft erinnert uns an den eigenen Tod, an das Ziel unseres Lebens: die Heimkehr zu Gott. Sie lehrt uns loszulassen und das Heute von IHM her zu gestalten. Jeden Tag beten wir in der Komplet „Herr, auf dich vertraue ich, in deine Hände lege ich mein Leben."