325 Jahre segensreiches Wirken der Ursulinen in Straubing

- Pontifikalamt mit Bischof Rudolf Voderholzer - Keine Furcht vor der Zukunft haben -

 

Straubing. (ih) "In der Herzmitte der Schulen lebt eine betende Gemeinschaft" betonte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer beim Pontifikalgottesdienst anlässlich 325 Jahre Ursulinen Straubing. Der Konvent mit seinen 19 Schwestern feierte dieses Jubiläum gemeinsam mit der großen Schulfamilie, zu der allein 1357 Mädchen/junge Frauen in der Realschule, im Gymnasium und in der Fachakademie für Sozialpädagogik gehören. Dementsprechend voll war auch die Basilika Sankt Jakob, in die man nicht nur wegen der Größe ausgewichen war, sondern auch weil damals am 17. Januar 1691 die fünf Ursulinenschwestern hier in Straubing begrüßt worden sind.

 

"Wir schätzen es sehr, dass Bischof Rudolf gekommen ist und dieses Jubiläum mit uns feiert" betonte Oberin Sr. Ursula Wagner bei ihrem Willkommensgruß. Dabei blickte sie kurz auf die Gründung vor 325 Jahren zurück und zitierte Kurfürst Maximilian, der die Niederlassung gegründet hat. "Wir haben uns bemüht, diesen Auftrag in den 325 Jahren auszuführen und Gott zu bezeugen" sagte Sr. Ursula Wagner. Anschließend folgte ein beeindruckender Gottesdienst, indem die starke Gemeinschaft der gesamten Schulfamilie durch die Vorbereitung zum Ausdruck kam durch die stimmige Gestaltung und hervorragende Musik mit zahlreichen Mitwirkenden aus allen Schulen. Der Jubiläumsgottesdienst stand unter dem Leitwort "Fürchtet euch nicht - unterwegs im selben Boot". Und dazu passten auch die ausgewählten Texte aus der Lesung "Fürchte dich nicht, ich bin bei dir" (Jesaja 43, 1-4) und dem Evangelium vom "Sturm auf dem See" (Mt 4, 35-41). Und dies griff auch Bischof Rudolf in seiner Predigt auf und verwies auf das liebevoll gestaltete Liedblatt mit dem Bild als Jesus scheinbar im Boot schläft, als der Sturm tobt und die Jünger Angst hatten. Dieses Bild könne auch heute sehr tröstlich sein und eine immer wieder bekräftigende Zusage, dass Gott die Menschen in ihrer Not nicht alleine lässt. Mehrmals hätten auch die Ursulinen diese Erfahrung machen müssen, besonders bei den beiden Klosterschließungen 1802 während der Säkularisation und im zweiten Weltkrieg. Der lange Atem Gottes und die Ausdauer, die Zähigkeit der Schwestern mit ihrem ungebrochenen Willen hätten auch diese Zeit überstanden. Für all dieses segensreiche Wirken seit vielen Generationen sagte der Bischof den Schwestern ein herzliches Vergelt's Gott. Bischof Rudolf blickte aber auch zurück auf die Gründerin der Ursulinen, Angela Merici, die auf die Krise in der Kirche zur damaligen Zeit ein Leben nach dem Evangelium als Antwort gab. Sie stellte die neugegründete Gemeinschaft unter das Patronat der Heiligen Ursula und war vor allem in der Mädchenbildung tätig. Als am 17. Januar 1691 die ersten Ursulinenschwestern nach Straubing kamen, begannen sie bereits im Juni mit dem Schulbetrieb. "Ein wahrer Grund zum Feiern für die Stadt und die Region" betonte Bischof Rudolf und würdigte die kirchliche Schullandschaft in Bayern. Das Schulwesen in unserem Land sei maßgeblich von Ordensmännern und - frauen aufgebaut worden. "Es ist mit auch Ihr Erfolg und Ihr Verdienst, wenn heute in unserem Land die Schulbildung selbstverständlich ist" resümierte der Bischof. Trost sprach der Bischof den Schwestern zu, die nicht traurig sein müssen, wenn nach und nach viele weltliche Lehrer an ihre Schulen kommen und immer mehr Verantwortung abgeben wird. "Christen in der Nachfolge Jesu haben weiter eine wichtige und unersetzliche Aufgabe. Sie müssen den Himmel offen halten" betonte er. Dabei könne Angela Merici auch heute noch ein Vorbild sein. "Was will Gott von mir, wozu braucht er mich, was kann ich vom Evangelium verwirklichen?" sei eine Frage, der sich alle stellen müssen. Gerade in einer Zeit des materiellen Reichtums und der spirituellen Armut, in der Gott für viele Menschen ein Fremdwort geworden sei, müssten Christen durch Gebet und öffentliches Zeugnis einen wichtigen Dienst an der Gesellschaft übernehmen. "Ihr bekommt bei den Ursulinen eine Bildung, die den ganzen Menschen umfasst mit Körper, Geist und Seele" richtete der Bischof sein Wort explizit an die Schülerinnen und versicherte ihnen: "In der Herzensmitte der Schulen lebt eine betende Gemeinschaft". Er bat die jungen Mädchen, ihren Glauben nicht zu verleugnen, sondern im Alltag dazu zu stehen. "Gebt Zeugnis von Eurem Glauben, den euch die Schwestern vermittelt haben. Gebt Zeugnis von der Hoffnung der Ursulinen durch ihre Worte und ihr Lebenszeugnis seit 325 Jahren", forderte der Bischof auf und zitierte Papst Franziskus "Ihr seid eine Mission". Durch diese Zuversicht können die Jugendlichen den Menschen etwas bringen: die Erfahrung, dass Gott da ist und mit uns auf dem Weg ist. "Fürchtet euch nicht, denn ich bin bei euch" war der biblische Schlussvers.

Fürbitten und eine symbolträchtige Gabenprozession brachten die Anliegen der großen Schulfamilie zum Ausdruck. So wurde das "Ursulinenschiff", ein Segel, ein Kompass, Brot und Wein zum Altar gebracht. Die Eucharistie feierte Bischof Rudolf Voderholzer gemeinsam mit Regionaldekan Jakob Hofmann, Dekan Johannes Plank und Prodekan Heinrich Weber am Altar. Das Vertrauen auf Gott, besonders in schweren Zeiten wurde zudem bei der Kommunionmeditation zum Ausdruck gebracht. Am Ende des Gottesdienstes überreichten die drei Schülersprecherinnen von Realschule, Gymnasium und Fachakademie an Bischof Rudolf ein "gut gefülltes" Boot mit Spendengeldern, an dem sich Schülerinnen, Eltern, Lehrerschaft und der Konvent der Ursulinen beteiligt haben. Dieses Geld wird Bischof Rudolf für Pater Joseph in Indien verwenden, der ihn gerade aktuell in einem Brief die Bitte um Unterstützung für die Flutopfer gebeten hat. Besondere Erwähnung muss bei diesem Jubiläumsgottesdienst die festliche musikalische Gestaltung finden. Der Stiftungschor unter Leitung von Jochen Benkert, die Band KoStro&Friends unter Leitung von Emmeram Strohmeier, an der Orgel Miriam Ruhstorfer Q 11sowie die Sängerinnen aller Schulen und das Orchester des Gymnasiums setzten inhaltlich und ausdrucksmäßig wahre Glanzpunkte. Und so galt das Schlusswort der langjährigen Leiterin des Ursulinengymnasiums Schwester Angela Veit, die allen dankte, die diesen beeindruckenden Gottesdienst vorbereitet und ihre Ideen eingebracht haben. Langanhaltender Applaus der Gottesdienstteilnehmer, darunter Oberbürgermeister Markus Pannermayr, Bürgermeisterin Maria Stelzl, Bürgermeister Hans Lohmeier, Landrat Josef Laumer, Altlandrat Alfred Reisinger, MdL Josef Zellmeier, MdL Hans Ritt und MdB a.D. Ernst Hinsken.

(Autor: Irmgard Hilmer)

(Fotos: Irmgard Hilmer)